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Wolfram Eilenbergers erstes „Heimspiel“ auf der lit.RUHR

Der neue Stadtschreiber Ruhr diskutierte über die Frage „Wie geht’s Dir, Deutschland“ mit dem Chefredakteur des Zeit-Magazins Christoph Amend

Der Rahmen für das erste „Heimspiel“ war eigentlich perfekt. Als neuer „Stadtschreiber Ruhr“ betrat Wolfram Eilenberger (47) in Halle 2 der Zeche Zollverein das Podium, Ehefrau Pia und die beiden Töchter saßen im Publikum. Und auch das Thema war seins: Unter dem Schlagwort „Transformationen“ sollte er laut Programm mit Christoph Amend (45), Chefredakteur des Zeit-Magazins, über die Frage „Wie geht´s Dir, Deutschland?“ diskutieren.
Aber Stunden vorher war der Anschlag vor der jüdischen Synagoge in Halle passiert, trotz der noch dürftigen Nachrichtenlage überschatteten zwei Morde die Debatte. Der Buchtitel Amends „Was aus dem Land geworden ist, in dem ich aufgewachsen bin“ bekam bedrückende Aktualität.

Der Abend war voller Fragen, Ratlosigkeit schwang mit bei den zahlreichen Zustandsbeschreibungen deutscher Gegenwart durch die beiden Autoren. „Warum gerät eine Generation in AfD-Nähe, die so sehr von Deutschland profitiert hat?“, wunderte sich Eilenberger angesichts der Schilderungen seines Gesprächspartners. Ihn und Amend verbinden fast deckungsgleiche Jugenderfahrungen, aus der behüteten Kleinstadt zog es beide nach Berlin. Eilenberger: „Es wird immer deutlicher, dass die Wahrnehmung der Menschen außerhalb von Großstädten und Ballungszentren Deutschlands eine andere ist.“ Und Amend ergänzte, nach ausführlicher Schilderung einer Begegnung mit Herbert Grönemeyer: „Die Menschen im Ruhrgebiet sehen die Dinge anders als in Berlin.“
Auch mit diesem Phänomen wird sich der neue Stadtschreiber in den nächsten Monaten auseinandersetzen, wie er im Interview bereits angekündigt hat, welches Sie unter diesem Link lesen können: Interview mit Wolfram Eilenberger.

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