Timm Beckmann kehrt mit der „Liga der außergewöhnlichen Musiker“ am 27. Mai mit neuen Gästen in die Zeche Carl zurück

Eigentlich sind sie alle gewöhnliche Künstler, hochbegabt, zugegeben. Und jeder gehört zu den Besten seines Fachs. Richtig außergewöhnlich wird´s jedoch, wenn sie in einem gemeinsamen Programm auf der Bühne stehen:

Die Sopranistin Lydia Teuscher, begleitet von Pianistin Juliane Ruf, Kabarettist Tim Fischer (Tim mit einem „m“) sowie sechs Mitglieder der Essener Philharmoniker als „Late-Night-Band“. Dazu gesellt sich Matthias Reuter, der seine Kunstrichtung als „Klavierkabarettist“ vorstellt.

Willkommen bei der „Liga der außergewöhnlichen Musiker“, die sich wieder am 27. und 28. Mai (WDR-Aufzeichnung) in der Zeche Carl zusammenfindet! Bevor die Truppe am 29. Mai ins Ebertbad Oberhausen weiterzieht!

© Stefan Claus, Essen

© Stefan Claus, Essen

Bereits der erste Blick auf das Veranstaltungsplakat legt Reiz und Rätsel eines sehr speziellen Konzertformats, das von der Brost-Stiftung seit 2017 gefördert wird, offen. Wie sollen derart unterschiedliche Künstler gemeinsam ein Programm gestalten? DIE Frage beantwortet der Moderator des Abends – Timm Beckmann (Tim mit zwei „m“) hat das Projekt ins Leben gerufen. „Es gibt drei Gastkünstler, jeder hat sein eigenes Set, aber es werden auch alle etwas zusammen machen. Wir wollen vor allem klassische Musik an den Mann bringen, dabei hilft uns das Musikkabarett.“

Neben der Begabung als Conférencier bringt Beckmann die Ausbildung zum Pianisten an der Folkwang Musikschule mit, die er in Wien mit klassischer Liedbegleitung komplettierte. Nach erfolgreichen Bühnenprogrammen mit Christiane Weber (Deutscher Kleinkunstpreis 2007) und dem aktuellen Projekt „Beckmann-Griess“ mit dem E-Gitarristen Markus Griess, entstand 2016 die Idee für die „Liga der außergewöhnlichen Musiker“. Beckmann: „Natürlich gibt es Shows, bei denen die Künstler etwas zusammen machen, aber wie in der Liga verschiedene Genres verschmelzen, miteinander arbeiten und proben, das ist einzigartig. Hier entstehen Momente, die es so nicht wieder geben wird. Das reizt mich daran.“

Musiker dürfen nicht in die Kantine
© Stefan Claus, Essen

© Stefan Claus, Essen

Dreimal wird vorher gemeinsam geprobt, jeder Künstler hat 20 Minuten als Solo. Die gemeinsamen Nummern denkt sich Beckmann in Absprache mit den Künstlern aus, arrangiert werden sie dann von Christoph König. Den großen Sound liefern die Musiker der Philharmoniker: zwei Geigen, Cello, Bratsche, Klarinette und Oboe. Die besondere Herausforderung beschrieb Beckmann augenzwinkernd in einem Interview mit „Der Westen“: „Sonst spielen die Philharmoniker immer im Orchestergraben und können zwischendurch mal in die Kantine gehen, wenn sie nicht dran sind. Bei mir stehen die ständig auf der Bühne und müssen die ganze Zeit so tun, als ob sie Spaß hätten.“

Wer Timm Beckmanns „Liga der außergewöhnlichen Musiker“ seit der ersten Ausgabe im Februar/März 2016 auf Zeche Carl einmal erlebt hat,  weiß, dass sich hier niemand verstellen muss, um gute Laune vorzugaukeln. Legendär etwa die Interpretation des „Erlkönigs“ – Sie erinnern sich aus der Schulzeit noch an das Goethe-Gedicht? „Wer reitet so spät durch Nacht und Wind…“, fragt Bariton Christoph Pohl in der gesungenen Schubert-Liedfassung, um ihn herum zappelt Sebastian Nitsch als das fiebernde Kind. Dem „Erlkönig“ gibt Carmela de Feo („La Signora“) ihre Stimme. Pohls gesangliche Gänsehaut-Leistung gipfelt am Ende dennoch in einem Lacher, wenn sich der Knabe Nitsch längelang auf die Bühne schmeißt. Beckmann: „Das ist genauso gewollt. Wir wollen die klassische Musik vom Sockel holen und einem anderen Publikum zugänglich machen.“

Wer hat den außergewöhnlichen Namen erfunden?
© Harald Hoffmann, Berlin

© Harald Hoffmann, Berlin

Oder wie es das Programm formuliert: „Es geht um mehr, als einfach nur hochunterschiedliche Kunstrichtungen auf die Bühne zu stellen und abzuwarten, was passiert. Hier halten die Kunstrichtungen von Anfang an Händchen: nicht schüchtern, eher so richtig schön verknallt.“ Für die Brost-Stiftung ist das Eigenprojekt inzwischen „ein Kleinod, das wir aus der Lokalität heraus hin zu einem regionalen Format für das Ruhrgebiet, gemeinsam mit dem Projektpartner Herrn Beckmann, weiterentwickeln wollen“.

Nicht nur auf der „Homebase“ Zeche Carl (230 Sitzplätze), sondern schon bald in größeren Hallen, wie dem Konzertsaal des Ruhrfestspielhauses (1200) oder 2020 der Stadthalle Mülheim.

Für Timm Beckmann erfüllt sich in der kommenden Show ein kleiner Traum: „Ich freue mich wahnsinnig auf den gemeinsamen Auftritt mit Tim Fischer, den ich als eines meiner Vorbilder betrachte.“

Bleibt zum Schluss nur noch die Frage, wie das Musikkabarett-Programm seinen „außergewöhnlichen“ Namen bekam? Beckmann: „Es ist angelehnt an den eigentlich eher durchschnittlichen Film „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“. Immerhin war Sean Connery dabei. Ich mag den Titel sehr, ich finde, er hat etwas Edles. Und dieses außergewöhnlich hat mir gefallen. So wie die Künstler tatsächlich sind. Der Titel ist etwas lang, wahrscheinlich wird die Show irgendwann einfach Die Liga heißen.“

Seien auch Sie dabei, wenn Musikkabarett auf Klassik trifft, und zwar bei den nächsten Aufführungen:

27./28. Mai 2019, Zeche Carl, Essen
29. Mai 2019, Ebertbad, Oberhausen
16./17. September 2019, Zeche Carl, Essen
18. September 2019, Ebertbad, Oberhausen
19. September 2019, Ruhrfestspielhaus Recklinghausen

Weitere Informationen und Tickets erhalten Sie hier.

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