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Alice im Wunderland
15. November 2015

Ideenwettbewerb Kooperation Ruhr: Den demographischen Wandel als Chance verstehen

Der Wettbewerb: Ideen und Kooperationen schmieden

Die Herausforderungen des demografischen Wandels werden lösbar, wenn man sie als Chance begreift. Die Brost-Stiftung hat im Jahr 2015 mit ihren Partnern, dem Regionalverband Ruhr und dem Bistum Essen, zum Wettbewerb „Demografischer Wandel als Fortschrittsmotor“ aufgerufen.
Bewerben konnten sich Kreise und Kommunen sowie deren Dezernate, Ämter, Forschungsinstitute, Universitäten, Fachhochschulen und Unternehmen (Kategorie A) sowie gemeinnützige Vereine, Verbände, Stiftungen und Bürgergruppen (Kategorie B) innerhalb der 53 Kommunen, der vier Kreise oder in einer Nachbarkommune im Umkreis von 15 Kilometern um das Ruhrgebiet. Der Wettbewerb startete offiziell am 1. März 2015. Einsendeschluss war der 30. Juni 2015. Als Preisgeld winkten insgesamt 90.000 Euro. Die Sieger wurden im Rahmen eines Festakts am 19. Oktober bekannt gegeben.

Die Absicht der Partner: Neue Wege und mehr Miteinander

Um den Herausforderungen des demografischen Wandels zu begegnen, braucht es neue Konzepte und Bündnisse zwischen den gesellschaftlichen Institutionen, Kommunen und privaten Unternehmen. Diese wollte die Brost-Stiftung mit dem Ideenwettbewerb Kooperation Ruhr fördern und legte dabei den Schwerpunkt bewusst auf die Jugend- und Altenhilfe. „Wir starren nicht auf den drohenden Generationenkonflikt, wir suchen nach neuen Wegen für ein entspanntes Miteinander. Das Ruhrgebiet ist reich an Erfahrungen, Kräften und Ideen. Die gilt es zu bündeln und zu fördern. Am Anfang steht oft der Einzelkämpfer. Der braucht die Hebelwirkung der Gemeinschaft, um mit seiner Idee in die Breite zu wirken“, fasste Prof. Bodo Hombach, Vorstandsmitglied der Brost-Stiftung, die Idee hinter dem Wettbewerb zusammen.

Über Grenzen hinweg: Brost-Stiftung, Bistum Essen und Regionalverband Ruhr ziehen an einem Strang

Im Wettbewerb ging es um praktische Ideen und gute Beispiele, um mit dem demografischen Wandel positiv umzugehen. Den Wettbewerb rief die Stiftung dabei zusammen mit ihren Partnern, dem Bistum Essen und dem Regionalverband Ruhr, aus. Karola Geiß-Netthöfel, Direktorin des Regionalverbands Ruhr und Schirmherrin des Wettbewerbs, unterstrich die Wichtigkeit der Zusammenarbeit über Verwaltungsgrenzen hinweg: „Wir suchen neue Kooperationen, die unsere Region stärken. Dabei ist es wichtig, auch über kommunale Grenzen hinweg zusammenzuarbeiten. Die demografische Entwicklung ist eine wichtige Zukunftsfrage in unserer Region und verlangt, dass wir unsere Kräfte bündeln.“

Kraftvoller Unterstützer des Wettbewerbs war die katholische Kirche im Bistum Essen. Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck unterstützte das Projekt als Schirmherr. Als Ansprechpartner fungierte die Katholische Akademie DIE WOLFSBURG, die mit Know-how und Erfahrung das Projekt begleitete. Die Preisvergabe fand am 19. Oktober 2015 in der Wolfsburg statt. Akademiedirektor Dr. Michael Schlagheck war mit der Zusammenarbeit sehr zufrieden: „Das Thema ist uns vertraut, die Problemlagen sind uns bekannt. Leider gibt es für viele Fragen noch keine Lösungen. Der Wettbewerb aktiviert das Wissen und den Ideenreichtum der Menschen an der Ruhr. Wer neue Formen der Kooperation sucht, findet sicher auch neue Perspektiven. Das hat den Wettbewerb spannend gemacht.“

Wissenschaft sieht Zukunftschancen

Der Bochumer Soziologie-Professor Rolf Heinze stellte fest: „Der demographische Wandel und insbesondere die Alterung der Gesellschaft stellen nicht nur eine Belastung für die Gesellschaft dar, sondern haben Potentiale und schaffen auch neue Wachstumsfelder.“ Die sieht Heinze gerade im Bereich der Gesundheitswirtschaft oder in der Neugestaltung der Städte. Außerdem wachse der individuelle Aktivitätsspielraum der Älteren. Eine neue Aufgeschlossenheit gegenüber Informations- und Kommunikationstechnologien und eHealth begleite den Wandel. „Ältere werden zukünftig Smartphones und Tablet-PCs selbstbewusster nutzen“, so Heinze, das brächte neue Möglichkeiten der individuellen Kooperation.

Kategorien und Preise

In beiden Kategorien ging es um Projekte, die den Brückenbau zwischen den Generationen vorantreiben. In der Kategorie A konnten sich Kreise und Kommunen, deren Dezernate und Ämter sowie Forschungsinstitute, Universitäten, Fachhochschulen und Unternehmen bewerben. Kategorie B richtete sich an gemeinnützige Vereine, Verbände, Stiftungen und Bürgergruppen, die zum Beispiel im Sozialwesen, in der Alten- und Jugendhilfe oder im Bereich der Altenbetreuung tätig sind. Entscheidende Teilnahmevoraussetzung war, dass die Bewerber ihren Standort innerhalb der 53 Kommunen, der vier Kreise oder in einer Nachbarkommune im Umkreis von 15 Kilometern um das Ruhrgebiet haben. In jeder Kategorie wurden die ersten drei Plätze prämiert (Preisgeld insgesamt: 90.000 Euro):

Preisgelder Kategorie A: Platz 1: 30.000 Euro / Platz 2: 20.000 Euro / Platz 3: 10.000 Euro
Preisgelder Kategorie B: Platz 1: 15.000 Euro / Platz 2: 10.000 Euro / Platz 3: 5.000 Euro

Der Wettbewerb startete offiziell am 1. März 2015. Teilnahmeschluss war der 30. Juni 2015. Eine namhafte Jury unter Vorsitz von Professor Bodo Hombach entschied im Spätsommer, welche sechs Kooperationsideen prämiert wurden. Die Sieger wurden Ende Oktober 2015 gekürt.

Mit diesem Wettbewerb folgte die Brost-Stiftung der Initiative „Kooperation Ruhr – Den Wandel gestalten“, die 2012 mit großem Erfolg vom Initiativkreis Ruhr und der RAG-Stiftung durchgeführt wurde.

Die Sieger des Ideen-Wettbewerbs Kooperation Ruhr

arbeiten-pflegen-leben und 17/70 Junge Paten für Senioren

Erste Preise gehen nach Schwelm und Essen!

Mit insgesamt 100.000 Euro sind heute die acht besten Kooperationen im Ruhrgebiet und den angrenzenden Gebieten für ihr Engagement und ihre guten Ideen unter dem Stichwort „Demografischer Wandel als Fortschrittsmotor“ prämiert worden.

Die Bewerbungen unterstreichen den Gemeinschaftsgedanken und den Ideenreichtum der Menschen an der Ruhr. Gute Nachbarn arbeiten zusammen und stellen gemeinsam etwas Neues auf die Beine.

<strong>Bischof Franz-Josef Overbeck</strong>

Mehr Kooperation ist im Ruhrgebiet keine Vision mehr, sondern gelebte Realität. Das Engagement der vielen Initiativen ist beeindruckend!

<strong>Karola Geiß-Netthöfel</strong>

Kooperation Ruhr war zunächst Appell. – Jetzt hat es Substanz. Wir erleben den Keim einer neuen Perspektive. Mehr Miteinander im Revier!

<strong>Bodo Hombach<strong>, stellvertretender Vorsitzender der Brost-Stiftung</strong></strong>

Die Preisträger des Ideen-Wettbewerbs Kooperation Ruhr „Demografischer Wandel als Fortschrittsmotor“ wurden heute in der Katholischen Akademie DIE WOLFSBURG ausgezeichnet. Bei der feierlichen Preisverleihung haben die Sieger – die TOP 3 in je zwei Teilnahme-Kategorien – das Preisgeld von insgesamt 90.000 Euro erhalten. Zudem wurden zwei Sonderpreise in Höhe von jeweils 5.000 Euro vergeben.

Die Sieger

In Kategorie A, Kooperationen von Kommunen, Kreisen und kommunalen Einrichtungen, belegt die Kampagne „arbeiten-pflegen-leben“ den ersten Platz, gefolgt von den „Senioren-Technikbotschaftern“ (Platz 2) und „EULE – Erleben, Unterrichten, Lernen, Experimentieren“ (Platz 3). Der Sonderpreis in dieser Kategorie ging an die „Dortmunder Wunschgroßeltern“.

In Kategorie B, Kooperationen von gemeinnützigen Vereinen, Verbänden, Stiftungen und Bürgergruppen, belegt die Ehrenamt Agentur Essen mit dem Projekt „17/70 – Junge Paten für Senioren“ den ersten Platz, gefolgt von „Meerbecks munteren Männern“ (Platz 2) sowie der „Patenschaft Jung+Alt“ (Platz 3). Den Sonderpreis erhielt der „Seniorenkulturbus Mühlheim a. d. Ruhr“.

Aus der Veranstaltung

Bischof Franz-Josef Overbeck freute sich über das Engagement des Wettbewerbs: „Der Wettbewerb hat gezeigt, dass der demografische Wandel nicht etwas ist, was Angst machen muss. Die zahlreichen erfolgreichen Initiativen zeigen, dass sich die Menschen im Ruhrgebiet den Herausforderungen stellen und neue, eigene Ideen entwickeln. Er zeigt auch: Man muss nicht alles behördenseitig regeln. Viele Lösungen entstehen vor Ort aus eigener Initiative.“

Karola Geiß-Netthöfel, Regionaldirektorin des Regionalverbands Ruhr und Schirmherrin des Wettbewerbs unterstrich nochmals die Bedeutung der Zusammenarbeit über die Verwaltungsgrenzen hinweg: „Die Kommunen im Ruhrgebiet sind auf den demografischen Wandel nicht nur vorbereitet. Sie entdecken neue Chancen in ihm und gestalten ihn aktiv. Aus dem Ruhrgebiet entstehen Modelle für andere Regionen, die erst später von der demografischen Entwicklung eingeholt werden.“

Bodo Hombach, stellvertretender Vorsitzender der Brost-Stiftung und Vorsitzender der Wettbewerbsjury, lobte die Kreativität und den Ideenreichtum der Wettbewerbsteilnehmer: „Wieder sind wir überrascht von der Vielzahl und Qualität der Ideen. Das Themenfeld hat angesprochen. Der demografische Wandel und die Alterung der Gesellschaft brennen auf den Nägeln. Sie sind aber nur dann ein bedrohliches Problem, wenn man sie ignoriert. Nimmt man sie als Herausforderung und Chance, erscheinen sie als Fortschrittsmotor und lösen eine Menge kreativer Konzepte und Ideen aus.“

Die Highlights der Preisverleihung

Die Preisverleihung war bis zum letzten Platz besetzt und über 200 Teilnehmer und Gäste feierten gemeinsam mit den Siegern. Bei der Diskussionsrunde diskutierten der Bottroper Oberbürgermeister Bernd Tischler und Karola Geiß-Netthöfel, Direktorin des Regionalverbands Ruhr, über eine der wichtigsten Zukunftsfragen in unserer Region, den demografischen Wandel, und die Notwendigkeit von Kooperationen, die auch über kommunale Grenzen hinweg zusammenarbeiten.
Besondere Würdigung: Die Kooperationen der TOP 4 wurden neben Preisgeld und Pokal über einen speziell angefertigten und erstmals ausgestrahlten Film besonders gewürdigt. Allen Wettbewerbsteilnehmern wurde eine Urkunde für ihr Engagement überreicht.
Spannung lag während der gesamten Veranstaltung in der Luft, da die Preisträger ihre finale Platzierung erst während der Veranstaltung von den Laudatoren erfuhren, außerdem war die Bereitstellung eines Sonderpreises ein zusätzliches Highlight.

Der Hintergrund

Um den Herausforderungen des demografischen Wandels zu begegnen, braucht es neue Konzepte und Bündnisse zwischen den gesellschaftlichen Institutionen, Kommunen und privaten Unternehmen. Diese wollte die Essener Brost-Stiftung mit dem diesjährigen Ideenwettbewerb Kooperation Ruhr fördern und legte dabei den Schwerpunkt bewusst auf die Jugend- und Altenhilfe.

Hier finden Sie eine Kurzbeschreibung der Kooperierenden

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