Stiftungsvermögen

Das Vermögen der Brost-Stiftung, welches ihr von der Stifterin Anneliese Brost übertragen worden ist, wird mit dem Ziel angelegt, laufende Erträge für die Stiftungsarbeit zu beschaffen und dabei das Stiftungsvermögen langfristig zu erhalten. Der Vorstand der Brost-Stiftung ist seit Jahren sehr darum bemüht – trotz der Herausforderungen der komplexen internationalen Kapitalmärkte und angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase – in möglichst effiziente, aber gleichzeitig sichere Anlagen zu investieren, um ausreichende finanzielle Mittel für die Finanzierung von gemeinnützigen Projekten zu generieren.

Um einen zielgerichteten und angemessenen Einsatz des von der Stifterin Anneliese Brost anvertrauten Vermögens gewährleisten zu können, hat der Vorstand der Brost-Stiftung – der sich fortlaufend mit den Entwicklungen und Perspektiven auf dem Kapitalmarkt auseinandersetzt und sich dabei vom Kuratorium sowie zahlreichen externen Experten umfassend beraten lässt – Anlagerichtlinien formuliert. Diese Richtlinien werden vom Vorstand regelmäßig, wie dies im Bereich der gemeinnützigen Stiftungen üblich ist, bei wesentlichen Veränderungen auf dem Kapitalmarkt angepasst, sofern dies geboten ist. Diese Anlagerichtlinien sollen einen allgemeinen Überblick über die Vermögensanlage in der Brost-Stiftung geben und sind nachfolgend aufgeführt:
Anlagerichtlinien der Brost-Stiftung
Präambel
Die Brost-Stiftung nimmt die Verantwortung für die Verwaltung des ihr von der Stifterin Anneliese Brost anvertrauten Vermögens mit größter Sorgfalt wahr und gibt sich zu diesem Zweck diese Anlagerichtlinien.

Die Vermögensanlage bei Stiftungen hat zum Ziel, das Stiftungskapital möglichst real zu erhalten und zugleich ausschüttungsfähige Erträge zu generieren, die grundsätzlich für die Verfolgung des Stiftungszwecks und damit für das gemeinnützige Wirken der Stiftung einzusetzen sind. Das bedeutet, dass – um die Leistungsfähigkeit der Stiftung sicherzustellen – dem Aspekt der Renditeerzielung ein hoher Stellenwert zukommt, wie auch dem in Wechselwirkung stehenden Aspekt der Sicherheit der Vermögensanlage. Die Stiftung verwaltet das Vermögen nicht zum Selbstzweck, sondern um die Verwirklichung der Satzungsziele sicherzustellen. Um diese Ziele effektiv umzusetzen, hat die Brost-Stiftung professionelle Strukturen geschaffen, die in diesen Anlagerichtlinien näher dargestellt sind.

Die Stifterin hat in der Stiftungssatzung vorgegeben, dass das Stiftungsvermögen in seinem Wert ungeschmälert zu erhalten ist. Die Verwaltung des Vermögens ist satzungsgemäß zugewiesene Aufgabe des Vorstands der Stiftung. Weiter ist in der Satzung geregelt, dass das Kuratorium der Stiftung den Vorstand bei seiner Aufgabenwahrnehmung beratend unterstützt. Die für Vorstand und Kuratorium aufgestellten Geschäftsordnungen enthalten weitere Aufgabenzuweisungen, die in § 4 dieser Anlagerichtlinien näher beschrieben sind. Der Vorstand wird bei der operativen Aufgabenwahrnehmung durch eine Geschäftsführung unterstützt.

In Zusammenhang mit der Vermögensanlage der Stiftung setzen sich die Stiftungsorgane der Brost-Stiftung das Ziel, neben der Beachtung des Grundsatzes der Kapitalerhaltung und unter Berücksichtigung einer ausgewogenen Rendite-Risiko-Relation möglichst auskömmliche Ausschüttungen zu Gunsten der Leistungsfähigkeit der Stiftung zu generieren, um diese Mittel für das gemeinnützige Wirken der Stiftung einsetzen zu können.

Die hier in der Präambel dargestellten Rahmenbedingungen bilden – unter Anknüpfung an die satzungsgemäßen Vorgaben – die Grundlage für die nachfolgend formulierten Anlagerichtlinien der Brost-Stiftung.
§ 1 Anlageziele und -strategie
Ziele der Vermögensanlage der Brost-Stiftung sind,

  • das Grundstockvermögen der Stiftung möglichst real zu erhalten sowie
  • möglichst auskömmliche und kontinuierliche Ausschüttungen für die gemeinnützige Zweckverwirklichung zu generieren.

Die Anlagestrategie der Stiftung ist darauf ausgerichtet, die vorstehenden Anlageziele zu erreichen. Dafür soll eine diversifizierte Struktur des Anlagevermögens geschaffen werden, die geeignet ist, eine optimale Verwirklichung der Anlageziele zu gewährleisten. Bei der Erfüllung dieser Anforderungen ist die Einhaltung eines angemessenen Verhältnisses von Ertrag und Risiko zu beachten. Risikoreiche Anlagen mit spekulativem Charakter sind von dem Anlageuniversum ausgeschlossen. Darüber hinaus wird grundsätzlich angestrebt, auch ethische Aspekte bei der Vermögensanlage bestmöglich zu berücksichtigen. Dabei sollen solche Vermögensanlagen vermieden werden, die bestimmte Branchen fördern, die dem Kriterium nicht entsprechen, wie beispielsweise Investitionen in die Rüstungsindustrie. Investitionen, die auch der Verwirklichung des Stiftungszwecks dienen, so genanntes „Mission Investing“ wird im Einzelfall in Betracht gezogen.

Die Stiftung strebt grundsätzlich eine diversifizierte Vermögensanlage an. Ziel ist die Streuung von Risiken, die Optimierung der Gesamtrendite und die Kontinuität von Ausschüttungsbeträgen, die zur Verfolgung der gemeinnützigen Zwecke der Stiftung eingesetzt werden können. In Zusammenhang mit der Diversifikation des Stiftungsvermögens sollen unterschiedliche Anlageklassen bedient werden. Insbesondere sollen neben der Anlage in Wertpapieren auch Investitionen in die Anlageklasse Immobilien erfolgen. Gerade diese Anlageklasse soll unter anderem zu einer Stabilisierung der Ausschüttungsrendite beitragen. Darüber hinaus finden weitere Anlageklassen bei der Vermögensanlage Berücksichtigung.

Eine Konkretisierung erfolgt im Rahmen der gesondert geregelten Vorgaben für die Auswahl von Anlageinstrumenten im Bereich Wertpapiere und Immobilien.
§ 2 Wertpapieranlagen
Die Anlage in Wertpapieren kann in der Form erfolgen, dass die Stiftung Vermögensverwaltungsmandate an Banken und Vermögensverwalter erteilt. Hierbei macht sich die Stiftung die besondere Sachkunde und Erfahrung der beauftragten, professionellen Verwalter zu Nutze. Das erteilte Mandat basiert auf dafür gesondert verfassten Vorgaben für die Auswahl von Anlageinstrumenten, die gesondert für einzelne Teilmandate geregelt sind. An die dort getroffenen Festlegungen, insbesondere Anlagegrenzen für bestimmte Finanzinstrumente, sind die mandatierten Verwalter gebunden.

In Zusammenhang mit der Auswahl von Vermögensverwaltern findet in der Regel eine turnusmäßige Überprüfung und Neuvergabe von Mandaten statt. In diesem strukturierten Auswahlprozess werden Voraussetzungen für die Mandatsvergabe definiert. Die Vorgaben werden verschiedenen Marktteilnehmern zur Verfügung gestellt, um diese in die Lage zu versetzen, ein individualisiertes Angebot abgeben zu können. Die Auswahlentscheidung zur Neuvergabe oder Prolongation von Mandaten trifft der Vorstand anhand bestimmter Kriterien, z. B. Beratungsqualität, Track-Record des Verwalters, Diversifikation, Risikosteuerung, Kostengesichtspunkte.
§ 3 Immobilienanlagen
Die Anlage in der Anlageklasse Immobilien erfolgt vorwiegend in Form von Direktinvestitionen. Zu diesem Zweck hat die Brost-Stiftung Tochtergesellschaften gegründet, in denen die Immobilien gehalten und verwaltet werden. Die Geschäftsführung der Stiftung ist zugleich als Geschäftsführung für die operative Verwaltung der Immobiliengesellschaften eingesetzt.

Weiter wird bei der Verwaltung der Bestandsimmobilien sowie bei der Auswahl von neuen Immobilieninvestitionen ein professionelles Asset Management vorgehalten. Dazu zählt, dass die Stiftung bei der Auswahl und Entscheidung zu einzelnen Anlageobjekten Expertise von Immobilienfachleuten einbezieht.

Die Festlegung von Investitionsprofilen erfolgt jeweils unter Berücksichtigung aktueller Entwicklungen am Immobilienmarkt. Auch im Bereich der Immobilieninvestitionen wird grundsätzlich eine Diversifikation des Portfolios angestrebt, indem unter anderem unterschiedliche Standorte und Rendite-Risiko-Profile für Einzelobjekte bestimmt werden. Festlegungen erfolgen im Rahmen von gesondert geregelten „Vorgaben für die Auswahl von Immobilieninvestitionen“.
§ 4 Aufgaben, Zuständigkeiten
Satzungsgemäß zuständig für die Verwaltung des Stiftungsvermögens ist der gesamte Stiftungsvorstand. In der Geschäftsordnung für den Vorstand ist ferner festgelegt, dass diesem unter anderem auch das Controlling der Vermögensverwaltung sowie die Beschlussfassung über Änderungen der Anlagerichtlinien obliegen.

Der Vorstand hat zur Erfüllung seiner Aufgaben bis auf Weiteres eine Geschäftsführungsebene installiert, die in der Regel aus zwei sich gegenseitig vertretenden Geschäftsführern besteht. Laut der für die Geschäftsführung geltenden Geschäftsordnung hat diese zur Aufgabe, den Vorstand bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben zu unterstützen. Dazu zählt unter anderem

  • die Vermögensverwaltung (Vermögensverwaltung der Banken und Immobilienverwaltung, Mitwirkung bei Aktualisierung der Anlagerichtlinien) sowie
  • Betreuung des Immobilienbestandes.

Das Kuratorium hat den Vorstand laut Geschäftsordnung zur Anlage des Stiftungsvermögens zu beraten und darüber zu wachen, dass der Wert des Stiftungsvermögens mittelfristig ungeschmälert erhalten bleibt. Für die Aufgaben des Kuratoriums gilt Folgendes:

  • Das Kuratorium hält in der Regel quartalsweise Sitzungen ab.
  • Das Kuratorium überwacht die Einhaltung der Anlagerichtlinien und gibt Empfehlungen bezüglich Änderungen der Anlagerichtlinien sowie der konkreten Vorgaben für Anlageinstrumente ab.
§ 5 Überwachung
Die Brost-Stiftung hat zum Zwecke der Überwachung der Erreichung der Anlageziele und der Vermeidung von ungewollten Risiken sowohl im Bereich der Wertpapieranlagen als auch im Bereich der Immobilienanlagen ein professionelles Controlling installiert.

Im Bereich der liquiden Vermögensanlagen zielt die Controlling-Struktur insbesondere auf die Identifizierung von Klumpenrisiken ab. Zu diesem Zweck wird das in Wertpapieren gebundene Vermögen, unter anderem, im Hinblick auf die Länderallokation, Branchenallokation und Emittentenstruktur analysiert sowie unter Rendite-/Risikoaspekten beleuchtet. Dabei wird sowohl die Ebene der einzelnen Portfolios, als auch das aggregierte Wertpapiervermögen in die Betrachtung einbezogen. Ferner ist die Überwachung der Einhaltung der für die einzelnen Mandate gesondert verfassten Vorgaben in diesem Zusammenhang von besonderer Relevanz. Die im Rahmen des Controllings gewonnenen Informationen dienen neben der Vermögenssteuerung, auch der Beurteilung der eingesetzten Vermögensverwalter, mit dem Ziel, den Leistungswettbewerb unter diesen aufrechtzuerhalten und falls erforderlich, gezielte Substitutionen vorzunehmen.

Im Mittelpunkt des Immobilien-Controllings stehen der Soll-Ist-Abgleich der Zahlungsströme des Immobilienbestandes und die Überwachung der Renditeziele. Hierauf aufbauend werden relevante Informationen abgeleitet, die im Rahmen der Liquiditätssteuerung zum Einsatz gebracht werden. Zudem ermöglicht das aufbereitete Zahlenmaterial eine laufende Erfolgsbewertung und Steuerung der Portfolio-Objekte. Insbesondere werden hierzu verschiedene Kennzahlen ermittelt, die unterschiedliche Betrachtungen, wie etwa die Darstellung vor und nach geleistetem Kapitaldienst, miteinbeziehen und so eine sachliche Bewertung ermöglichen. Im Rahmen des Immobilien- Controllings wird die Entwicklung der einzelnen Bestandsimmobilien und der Immobilienanlagen in ihrer Gesamtheit dokumentiert und analysiert. Somit wird die Bereitstellung wichtiger Informationen über den aktuellen Zustand, wie beispielsweise Leerstandsquoten und Renovierungsbedarfe, sowie die frühzeitige Erkennung negativer Veränderungen gewährleistet.
§ 6 Berichterstattung
Im Zuge der teilweise professionellen Dienstleistern zugewiesenen Überwachungsfunktion, wie unter § 5 dargestellt, lässt sich die Brost-Stiftung umfassend und mindestens halbjährlich Bericht erstatten.

Im Hinblick auf die Wertpapieranlagen erhalten der Stiftungsvorstand sowie die Geschäftsführung regelmäßig Auswertungen in Form eines umfänglichen Wertpapierberichts, der unter anderem sämtliche Anlageinstrumente sowie Transaktionen umfasst. Weiter wird in dem Bericht das Einhalten der konkreten Vorgaben für die beauftragten Vermögensverwalter geprüft und dokumentiert. Ebenso findet ein Abgleich der Renditeentwicklung in Bezug auf die jeweils vorgegebene Benchmark statt.

Im Hinblick auf die Immobilienanlagen erhalten der Stiftungsvorstand sowie die Geschäftsführung regelmäßig Auswertungen zur Entwicklung des Immobilienportfolios. In diesen Auswertungen werden unter anderem die Entwicklung der Mieten, Leerstandsquoten und laufende Betriebskosten dokumentiert und der Abgleich mit jeweiligen Prognosen dokumentiert.

Das Kuratorium erhält regelmäßig Informationen zur Wertpapieranlage der Stiftung. Über die weitere Vermögensanlage in andere Anlageklassen wird das Kuratorium einmal jährlich informiert. Darüber hinaus erhält das Kuratorium in der Regel halbjährlich einen Bericht über die Entwicklung der Mittelverwendung nebst Projektübersicht.

Weitergehend erarbeitet die Geschäftsführung regelmäßig gesonderte Reportings für den Vorstand und das Kuratorium, in welchen die in den Berichten zu den Wertpapieranlagen und Immobilienanlagen enthaltenen Informationen analysiert und bewertet werden. Ergänzt werden diese Berichtsvarianten durch umfangreiche Analysen, die dem Vorstand von der Geschäftsführung als zusätzliche Entscheidungsgrundlage vorgelegt werden.
§ 7 Sonstiges
Die hier formulierten Anlagerichtlinien wurden zwischen Vorstand und Kuratorium umfassend beraten und diskutiert, bevor diese vom Vorstand beschlossen worden sind.

Die Einhaltung der Anlagerichtlinien und die Aktualitätskontrolle obliegen, gemäß den in den Geschäftsordnungen zugewiesenen Aufgaben, dem Kuratorium.
Der Vorstand
Stand: November 2017