Ein Haus der Würde und Ruhe: Das Hospiz in Essen-Werden

Willy Brandt hatte Zeit seines Lebens ein Faible für Karikaturisten. So sind viele Zeichnungen entstanden, über die er das eine oder andere Mal vermutlich schmunzeln musste. Die Schüler des Willy-Brandt-Gymnasiums stellten eine Auswahl der Karikaturen aus.
Willy Brandt wurde gern karikiert
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Ein Haus der Würde und Ruhe: Das Hospiz in Essen-Werden

Hospiz Werden

Ein Hospiz soll ein Ort sein, an dem die Betroffenen gemeinsam mit ihren Angehörigen die verbleibenden Tage so verbringen, wie sie es sich wünschen. Das Wichtigste ist, die Lebensqualität zu sichern und möglichst lang aufrecht zu erhalten. Dem Leben können nicht mehr Stunden, aber den Stunden mehr Leben gegeben werden.

Seit 1997 wirkt die ambulante ökumenische Hospizgruppe Werden im Raum Essen-Werden und Heidhausen. Die Mitarbeitenden suchen sterbende Menschen, die der Begleitung bedürfen, dort auf, wo sie sich in dieser schwierigen Grenzsituation ihres Lebens befinden: Zuhause, im Krankenhaus oder Heim.

Rund 30 Ehrenamtliche und eine hauptamtliche Koordinatorin werden in einem halbjährigen Kurs von Fachkräften auf ihre Aufgabe vorbereitet. Koordinatorin und Gruppenmitglieder nehmen regelmäßig sowohl an Supervisionen als auch an Fortbildungen teil.

In dieser Form der Begleitung wird versucht, die Zeiten zu füllen, in denen die Familie oder beruflich um den Patienten bemühte Kräfte nicht anwesend sein können. Ansprechpartner sind immer der Patient und seine Angehörigen. Sie sollen spüren dürfen, dass sie in dieser schwierigen Lebenssituation nicht allein gelassen werden. In diesem Bemühen ist die Kooperation mit bestehenden Diensten ebenfalls sehr wichtig, um sinnvolle Netzwerkarbeit zu integrieren.

Stationäre Aufnahme

Bald wurde in der ambulanten Arbeit spürbar: Es fehlt eine kleine, stationäre Einheit für die Betroffenen, die zu Hause nicht ausreichend betreut werden können. Im Mai 2011 wurde das „Christliche Hospiz Werden“ als eigene GmbH eröffnet. Hochqualifizierte Fachkräfte zur palliativen Pflege erfahren Unterstützung durch eine große Zahl Ehrenamtlicher.

Das Ambiente des Hauses ist familiär und unterscheidet sich deutlich vom Krankenhaus oder Heim. Die Versorgung besteht aus palliativer Pflege und Behandlung in enger Zusammenarbeit mit palliativärztlichen Diensten. Im stationären Hospiz richtet sich der Tagesablauf vollkommen nach den Bedürfnissen des einzelnen Gastes. Sein Wohlergehen ist oberstes Ziel allen Bemühens.

Letzte Begleitung in Ruhe und Würde

Wünsche werden nach Möglichkeit erfüllt: Ein Spaziergang, Besuch oder auch eine Hochzeit. Ob stationär oder ambulant, in beiden Formen hospizlichen Tuns ist es eine wesentliche Aufgabe, den Abschied vorzubereiten, für den Betroffenen und dessen Angehörige.

1997 wurde ein unabhängiger Förderverein gegründet, durch den die anfallenden Kosten weitestgehend über Spenden finanziert werden. Einzelspenden wie auch die Förderung durch die Brost-Stiftung im Jahre 2013 ermöglichen, die Zahl der hauptamtlichen Mitarbeiter zu erhöhen und die stationäre Versorgung dadurch noch zu verbessern.

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