Er fährt heute Beton. Davor ist er achtzehn Jahre für Hunkenmöller gefahren, aber dann hätten sie günstigere Kollegen aus Holland eingestellt und mit ihnen nichts mehr anfangen können. Er hat noch einen Monat Gehalt erhalten und während dieser Zeit Arbeit gesucht und dann diese Stelle hier gefunden. Glatter Übergang. Noch einmal Glück gehabt. Er fährt nun seit zwei Jahren für diese Firma: drei Mal die Woche neun-, zwei Mal die Woche zehn Stunden. Komplette Arbeitszeit zehn bis dreizehn Stunden, dafür Spesen und die Gesundheitsprämie.

Seine Frau ist vor siebzehn Jahren an Multiple Sklerose erkrankt. Ihr Zustand ist stabil, aber es kann sich schubartig verschlechtern und dann könne sie nicht mehr gehen.

Seit siebzehn Jahren wacht er jeden Morgen auf und fragt: „Wie geht’s Dir?“

„Ist schon in Ordnung“, antwortet seine Frau.

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