©Kandalowski/Gieseler
Ein Festival der Stimmen
11. Oktober 2018
Nr. 64: Die Küche
12. Oktober 2018

Nr. 60: Schalke

Christoph, 47 Jahre
Betriebsleiter (Schalke Fan)

„Schalke-Glücksgefühle? Da gibt`s nicht viele“, lacht er.

Die Saison 2005-2006 fällt ihm ein. Das Heimspiel gegen Leverkusen. Das Ergebnis hätte alle überrascht. Ein 7:4, die Stimmung danach im Stadion unter Kumpels könne man nicht beschreiben. Sie hätten alle geweint und sich in den Armen gelegen. Und Bier hätte geflossen...

Und dann sei da natürlich der Abschied vom Raul. Raul schon allein beim Namen wird er emotional. 28 Tore in zwei Jahren, muss man da noch etwas hinzufügen? Zwei Jahre hätte er sie mit sensationellem Fußball beglückt. Wer wissen will, was Glück ist, der solle sich Rauls Spiel anschauen. Er war in der Loge an dem Tag, als das ganze Stadion dem Raul zum Abschied entgegenjubelte. Gänsehautfeeling. Er hätte schon viele Spieler und Trainer kommen und gehen sehen, aber so etwas hätte es noch nie gegeben. Sie alle hätten das kleine Tränchen im Auge gehabt.

Heute?  Viel zu kommerziell. Spaß würde es nicht mehr wirklich machen. Will man sich heute alle Spiele einverleiben, muss man drei Fernsehabos abschließen. Für das Freitagsspiel ein Abo mit Eurosport, 5,99 im Monat. Für das Samstags- und Sonntagssspiel ein Sky Abo, 25 Euro. Und für International DAZN, kostet 9,99 im Monat. Wer hat das Geld? Er nicht.

Und dennoch bleibt Schalke Schalke. Und das Gefühl im Stadion, wenn er mit den Jungs Siege feiert, das sind eben diese Momente, für die man kaum Worte findet. Selbst die Niederlagen ... Denn wenn einer gekämpft und alles gegeben hat, dann verdient auch ein Verlierer tosenden Applaus. 

Kommentarfunktion deaktiviert.