Kulturförderung des Essener Aalto-Theaters: Startschuss mit Mozarts Idomeneo

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Kulturförderung des Essener Aalto-Theaters: Startschuss mit Mozarts Idomeneo

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Das Auftaktprojekt dieser ambitionierten Zusammenarbeit bildete die Realisierung von Wolfgang Amadeus Mozarts großer Choroper Idomeneo, rè di creta in der Spielzeit 2014/2015. Eine Produktion, die sich durch ein besonders hochkarätiges Regie- und Gastsolistenteam auszeichnete: allen voran Starsopranistin Julia Kleiter als Ilia und Eric Cutler als Idomeneo. Zudem war mit Simona Šaturová die Partie der Elektra glänzend besetzt. Francisco Negrin übernahm die Regie, und für die Ausstattung war Tobias Hoheisel verantwortlich. Alle Künstler gastieren regelmäßig an den ersten Häusern in Berlin, Wien, London, Madrid, Paris, Amsterdam, Chicago oder New York und konnten erstmals nach Essen eingeladen werden.

Übermacht und Naturgewalt spiegeln sich im Bühnenbild wider.

Die Geschichte

Der griechisch-trojanische Konflikt um 1200 v.Ch. wurde von Wolfgang Amadeus Mozart 1781 als Oper mit – damals wie heute – brisanten Themen verarbeitet. In Anlehnung an die in Idomeneo thematisierte Übermacht der Naturgewalt spiegelt das Essener Bühnenbild die Folgen einer Tsunami-Katastrophe wider. Im Programmheft zur Aufführung heißt es: „Die große Oper feiert nämlich trotz ihres Genres nicht die Machtaura eines Herrschenden, sondern stellt vielmehr gesellschaftsprägende Fragen: Wie kommt es, dass Menschen zu Opfern erniedrigt werden? Wie hängen Terrorgewalt und Machtbegierde zusammen? Wie unmenschlich sind Leitwerte im Krieg? […] Diese unbequemen Fragen rütteln am Sockel nicht nur der frühbürgerlichen Gesellschaft zu Mozarts Zeit, sondern auch am Fundament unserer sozialen Gegenwart.“ Idomeneo steht somit paradigmatisch für das Potential der Kunstgattung Oper, auch heutige gesellschaftliche und politische Prozesse zu beleuchten, zu hinterfragen und neu zur Diskussion zu stellen.

Der Prozess und die Premiere

Nach über zweijähriger Vorbereitung durch die künstlerische Leitung, das Regieteam, die Dramaturgen, die Sängerinnen und Sänger und die technischen Abteilungen des Hauses begannen im September/Oktober 2014 die Gesamtproben zu Idomeneo. Parallel dazu beschäftigte sich der Opernchor mit den umfangreichen Chorpassagen, und Generalmusikdirektor Tomáš Netopil widmete sich mit den Essener Philharmonikern den filigranen Orchesterklängen. Die feierliche Premiere fand unter großem Beifall am 29. November 2014 statt. Zehn weitere Vorstellungen folgten. Ein Ausblick

Mit der gelungenen Premiere endete der Erfolg nicht. Intendant Hein Mulders sah noch weitere Aspekte, als er im Anschluss feststellte, „dass sich alle Beteiligten dieser Produktion mit Haus und Inszenierung sehr wohl fühlten, was mich sehr freut, da es keine Selbstverständlichkeit bei Künstlern dieses Ranges ist und die Außerordentlichkeit dieses Hauses noch einmal unterstreicht.“ Denn auch das ist Nachhaltigkeit: Das Aalto-Theater weckt das Interesse internationaler Opernstars, die für zukünftige Produktionen engagiert werden können.

Die Folgen einer Tsumani-Katastrophe sind unübersehbar.

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