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Feuer erloschen! Aber Erinnerung brennt im Herzen

Kulturprojekt "Kunst & Kohle" (120.000 Besucher) endet mit origineller Aktion

Jetzt brennt das Feuer (der Erinnerung) nur noch in unseren Herzen ...
Das MKM Museum Küppersmühle beging den Abschie von der Kohle mit einer sehr speziellen Kunstaktion. Zur Finissage der Ausstellung "Hommage an Jannis Kounellis" ließ Timm Ulrichs seine Arbeit "Kohle-Ofen, brennbar" in Flammen aufgehen.

Konzeptkünstler Ulrichs thematisierte so die (selbst)zerstörerische Kraft, die der Kohle innewohnt. Bei der Finnisage ging dann wie im Video der Kohleofen tatsächlich in Flammen auf. Die Kohle geht - die Kunst mit und von der Kohle bleibt als fester Bestandteil der Erinnerungskultur an ein wichtiges Stück Industriegeschichte.Mit der Aktion endet nach fast fünf Monaten das Kulturprojekt „Kunst & Kohle“: 17 Ruhrkunst-Museen hatten sich künstlerisch mit dem Kohle-Ausstieg im Ruhrgebiet auseinandergesetzt. Insgesamt 120.000 Menschen besuchten die Ausstellungen, ins Museum Küppersmühle (MKM) kamen etwa 10.000 Zuschauer zur Kounellis-Hommage, die maßgeblich von der Brost-Stiftung finanziert wurde.

Für Jannis Kounellis (verstorben 2017), Pionier der Arte Povera-Bewegung, war neben Stahl, Stein oder Stoff die Kohle eines der grundlegenden Elemente, aus denen er seine Installationen geschaffen hat. Der Ausstellungsführer sagt dazu: „Kounellis‘ Inszenierung des „armen“ Materials ist reich an Assoziationen und gespeicherter Geschichte. Seine Installationen lassen sich auch als Reminiszenzen an das untergehende Industriezeitalter lesen.“

Eine Podiumsrunde im Museum Küppersmühle zog Bilanz des Projektes, dessen Strahlkraft erst durch die Kooperation vieler Ruhrkunst-Museen möglich wurde: Was hat es gebracht und wie geht es weiter? Dabei blickte Wolfgang Heit, Vorstandsvorsitzender der Brost-Stiftung, nach vorn: „Projekte wie dieses muss es weiterhin geben.“ Auch Theater und Opernhäuser hätten sich nach diesem Beispiel zusammengetan. „Ich denke, dass sowohl die Institutionen, als auch die Bevölkerung im Ruhrgebiet dafür verantwortlich sind, in Kultur zu investieren und Kunst zu schaffen -- wie es hier immer der Fall war und der Fall sein wird. Das Ruhrgebiet hat zu viel Substanz, um damit aufzuhören.“

Das Schlusswort gebührt Tim Ulrichs, listig-lustig ausgesprochen nach dem Anzünden seines eigenen Werkes: „Was guckt ihr denn alle so? Habt ihr noch nie einen Ofen brennen sehen...?“

Mehr zur Ausstellung unter „Aktuelles“ auf dieser Seite

Titelbild © Edin Juran, Oberhausen

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